Portrait Marsll

Über Stille in Songs

Gedanken über Zurückhaltung, Pausen und das, was nicht gesagt wird.

Stille ist für mich kein Mangel. Sie ist eine Entscheidung.

Sie entsteht in Pausen zwischen Tönen. In Momenten, in denen nichts erklärt werden muss. In der Zurückhaltung, nicht alles zu füllen, nur weil Platz da ist.

Viele Songs verlieren ihre Kraft, weil sie Angst vor Leere haben. Weil jede Sekunde belegt sein muss. Text, Sound, Bedeutung – alles gleichzeitig.

Mich interessiert das Gegenteil. Was passiert, wenn man etwas weglässt. Wenn ein Gedanke stehen bleiben darf, ohne sofort beantwortet zu werden.

Stille lässt Raum. Für den Hörer. Für eigene Bilder. Für Erinnerungen, die nicht vorgegeben sind.

Das hat nichts mit Technik zu tun. Und nichts mit Theorie. Es ist kein Konzept, sondern ein Gefühl.

Man braucht Mut, um nichts zu füllen. Um Pausen auszuhalten. Um nicht sofort zu reagieren.

Vielleicht ist genau das der Moment, in dem Musik beginnt zu wirken. Nicht dort, wo sie alles sagt. Sondern dort, wo sie etwas offenlässt.

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