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Cover von Zwischen Stahl und kaltem Wasser von Marsll
Single ·

Zwischen Stahl und kaltem Wasser

Marsll · Label Musikaz

„Zwischen Stahl und kaltem Wasser
haben wir gelernt wer wir sind.“


Hintergrund

Dreißig Jahre später

„Zwischen Stahl und kaltem Wasser“ blickt auf eine Zeit zurück, die mein Leben bis heute prägt. 1996 begann für mich ein neuer Abschnitt bei der Marine. Ein Spind, ein Bett, fremde Gesichter und eine Küste, die plötzlich zum neuen Alltag gehörte.

Wir waren jung, stolz und überzeugt davon, dass uns nichts erschüttern kann. Kameradschaft war nicht nur ein Wort. Sie war notwendig. Auf See, an der Küste und in den langen Nächten fern von zu Hause mussten wir uns aufeinander verlassen können.

Doch jeder trug auch seine eigenen Gedanken und Zweifel mit sich. Zwischen Pflicht, Zusammenhalt und Heimweh begann irgendwann die Frage, ob dieser Weg wirklich der richtige für mich war.

Nach etwa drei Jahren holten mich diese Zweifel immer stärker ein. Meine Zeit bei der Marine war damit noch nicht beendet. Trotzdem veränderte sich mein Blick auf den eingeschlagenen Weg. Was anfangs wie eine klare Richtung wirkte, fühlte sich nicht mehr so eindeutig an.

Der Song erzählt deshalb nicht von einem einzelnen Abschied. Er erzählt von einem längeren inneren Prozess, von Verantwortung, Kameradschaft und der Erkenntnis, dass man seinen eigenen Kurs immer wieder hinterfragen muss.


Bedeutung und Botschaft

Kameradschaft, Zweifel und die Suche nach dem eigenen Kurs

Der Song ist kein verklärter Blick auf die Vergangenheit. Er erzählt von Zusammenhalt und Stolz, aber auch von Unsicherheit, inneren Konflikten und der Frage, wer man eigentlich ist.

„Zwischen Stahl und kaltem Wasser“ steht für einen Ort und zugleich für einen Zustand. Auf der einen Seite war da die feste Welt aus Stahl, Regeln und Verantwortung. Auf der anderen Seite das Meer, unberechenbar und ständig in Bewegung.

Diese Gegensätze finden sich auch im eigenen Leben wieder. Man kann nach außen sicher stehen und trotzdem innerlich schwanken. Man kann Teil einer starken Gemeinschaft sein und seine wichtigsten Kämpfe dennoch allein führen.

Der Blick auf die Gegenwart gehört deshalb bewusst zum Song. Heute wird viel über Haltung gesprochen. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, für die eigene Überzeugung einzustehen. Die Jahre bei der Marine haben mir gezeigt, dass Haltung nicht durch laute Worte entsteht, sondern durch das eigene Handeln.

Am Ende bleibt kein Urteil. Es bleibt der Blick auf mein jüngeres Ich und auf eine Zeit, die längst vergangen ist, aber immer noch ein Teil von mir bleibt.


Songtext

Zwischen Stahl und kaltem Wasser: Songtext

Dreißig Jahre ist es her
als alles für mich begann
ein Spind, ein Bett, ein neuer Weg
und die Küste Meilen lang

Wir waren Brüder für ein paar Jahre
zu jung für Zweifel
zu stolz für Angst
haben gelernt im Wind zu stehen
auch wenn du innerlich längst schwankst

Nachts auf Deck nur Meer und Sterne
und die Gedanken fahr’n nach Haus

Zwischen Stahl und kaltem Wasser
haben wir gelernt wer wir sind
Zwischen Stolz und tausend Fragen
trieb uns der gleiche Wind
Wir standen Schulter an Schulter
doch jeder kämpfte für sich
Und wenn ich heut daran denke
seh ich mein junges Ich

Fremde Häfen
graue Horizonte
lange Tage ohne Land
Briefe von zuhause im Spind
und Heimweh irgendwo in der Hand

Nach drei Jahren kamen Zweifel
still und heimlich über Nacht
und ich merkte irgendwann
dass mein Weg nicht glücklich macht

Manchmal fragt man sich im Stillen
wohin der Kurs wohl geht

Zwischen Stahl und kaltem Wasser
haben wir gelernt wer wir sind
Zwischen Stolz und tausend Fragen
trieb uns der gleiche Wind
Wir standen Schulter an Schulter
doch jeder kämpfte für sich
Und wenn ich heut daran denke
seh ich mein junges Ich

Heute wirkt die Welt viel lauter
doch die Haltung wird so klein
jeder schreit nach seiner Wahrheit
doch kaum einer steht dafür ein

Manchmal denk ich an die Jahre
an den Wind und an das Meer
und ich frag mich manchmal leise
wofür kämpfen wir so sehr

Zwischen Stahl und kaltem Wasser
haben wir gelernt wer wir sind
Zwischen Stolz und tausend Fragen
trieb uns der gleiche Wind
Wir standen Schulter an Schulter
doch jeder kämpfte für sich
Und wenn ich heut daran denke
seh ich mein junges Ich

Und manchmal hör ich noch die Stimmen
von damals im Wind
von den Jahren an der Küste
die noch immer in mir sind

© Marsll · Alle Rechte vorbehalten

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